Evakuierung des Chaos
by Dirk Pörschmann
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Es weckt ein Unbehagen, wenn Künstler der 1950er- und 60er-Jahre nach den Reinigungsexzessen der Nationalsozialisten die Metapher der Reinheit für ihre künstlerische Arbeit benutzen. Existierte in den Nachkriegsjahren ein kollektiver blinder Fleck? Im Mittelpunkt der Publikation steht die internationale Zero-Bewegung. Anhand von Kunstwerken, Aktionen und Proklamationen ihrer wichtigsten Protagonisten (Heinz Mack, Otto Piene, Günther Uecker, Jan Schoonhoven, Yves Klein, Piero Manzoni u. a.) werden die Hintergründe geklärt, die das Thema der Reinheit zu einem zentralen Aspekt ihrer Kunst werden liessen. Neben der Untersuchung zahlreicher schriftlicher Quellen von Künstlern und Kunstkritikern werden auch die kulturhistorischen Bedingtheiten der langen fünfziger Jahre thematisiert. Durch die nun vorliegende Analyse der antagonistischen Haltung der Zero-Künstler gegenüber der ?art informel? entsteht ein variantenreiches Kaleidoskop europäischer Nachkriegskunst.
